Heitmatkreisgemeinschaft Bartenstein/Ostpr. e.V.

Geschichte - weitere Geschichte PDF Drucken E-Mail
Beitragsseiten
Geschichte
Kolonisation
weitere Geschichte
Entstehung und Entwicklung
Alle Seiten

Zur weiteren Geschichte:

Große Veränderungen finden nach dem II. Thorner Frieden von 1466 statt. Der Deutsche Orden verliert etwa die Hälfte seines bisherigen Territoriums, und zwar die zu jener Zeit insgesamt wertvollere westliche Hälfte. Überdies muss er die zahlreichen Söldnerführer bezahlen, die während dieses 13-jährigen verheerenden Krieges in seinen Diensten gestanden haben und die ihn jetzt wegen hoher offener Soldforderungen bedrängen. Dem Orden bleibt vielfach nur die Möglichkeit einer Entschädigung durch Landverleihungen. Doch ein sehr großer Teil des ihm noch verbliebenen Restgebietes ist damals noch gar nicht erschlossen und besiedelt. Die zu jener Zeit wertvollsten, weil allein ertragreichen Teile des dem Orden verbliebenen Territoriums sind im Westen das Oberland und in der Mitte Altpreußens die Regionen Natangen und Barten sowie das ganz überwiegend von prussischer Bevölkerung bewohnte Samland. Im Zentrum dieses Gebietes liegen die Kirchspiele, die Jahrhunderte später den Kreis Friedland/Bartenstein bilden sollten.
Zahlreiche deutsche wie prussische Dörfer erhalten nun statt ihres Landesherrn, dem Deutschen Orden, adlige Grundherren, die bis dahin landfremd, ihre Anschauungen und Gewohnheiten aus ihren Herkunftsgebieten im Heiligen Römischen Reich mitbringen. Dieser Vorgang setzt sich fort mit den letzten Hochmeistern fürstlicher Herkunft und ihrem Anhang. Eine nochmalige Fortsetzung dieser Entwicklung bringt die Säkularisation des restlichen Ordensstaates, bei der die im Lande verbleibenden ehemaligen Ordensritter in gleicher Weise standesgemäß zu versorgen sind. Es bilden sich sozio-oekonomische wie rechtliche Strukturen heraus, die im Wesentlichen über die folgenden Jahrhunderte bis zu den preußischen Reformen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Bestand haben werden.
Die administrative Gliederung Altpreußens erfährt mit dem Ende des Ordensstaates im Wesentlichen zwei Änderungen:
Der nunmehr zu einem Herzogtum gewordene Ordensstaat wird in Hauptämter aufgeteilt. Das Gebiet des späteren Kreises Friedland/Bartenstein erstreckt sich über Teile der Hauptämter Preußisch-Eylau, Brandenburg, Tapiau und Rastenburg. Zum Hauptamt Preußisch-Eylau gehören die Kirchspiele Gallingen, Bartenstein und Schönbruch. Die Kirchspiele Domnau, Stockheim, Georgenau, Deutsch Wilten, Klingenberg und Friedland gehören dem Hauptamt Brandenburg an. Das Hauptamt Tapiau erfasst die Kirchspiele Klein Schönau, Auglitten, Schönwalde, Allenau und Böttchersdorf. Zum Hauptamt Rastenburg gehören die Kirchspiele Schippenbeil, Falkenau und Groß Schwansfeld.
Das 18. Jahrhundert bringt mehrere Veränderungen in der Verwaltungsorganisation des nunmehrigen Königreichs Preußen. Die neue Einteilung in 10 Kreise, die ab 1752 gilt, wirkt sich auf das Gebiet des späteren Kreises Friedland/Bartenstein so aus: Die Kirchspiele Stockheim, Domnau, Georgenau, Friedland, Deutsch Wilten, Klingenberg und Schönbruch gehören dem Kreis Brandenburg an. Klein Schönau, Auglitten, Schönwalde, Allenau und Böttchersdorf liegen im Kreis Tapiau. Zum Kreis Rastenburg gehören die Kirchspiele Bartenstein, Schippenbeil, Gallingen, Falkenau und Groß Schwansfeld.