Heitmatkreisgemeinschaft Bartenstein/Ostpr. e.V.

Geschichte - Kolonisation PDF Drucken E-Mail
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Zur deutschen Kolonisation:

Sie setzte hier im dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts ein, nachdem ihr die deutsche Kolonisation entlang der unteren Weichsel, der Nogat und entlang der Haffküste vorausgegangen war. Anders als diese erste, von Einwanderern aus dem Altreich getragene Kolonisationswelle ist die deutsche Besiedlung dieser Region in der Mitte Altpreußens bereits ein Akt der Binnenkolonisation gewesen.
Aus den in diesem dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts einsetzenden Handfesten für Dienstgüter, deutsche Hufenzinsdörfer, Städte, aber auch für Krüge und Mühlen wird das systematische Vorgehen der Ordensherrschaft bei der deutschen Kolonisation dieses Landstriches mit einer zahlreich gebliebenen prussischen Urbevölkerung deutlich erkennbar. Als erste Maßnahme wurden zahlreiche und meist nicht sehr große Dienstgüter sowohl an Deutsche wie auch an eingeborene Prussen verliehen. Deren Inhaber sind frei von allem Grundzins, jedoch zum Kriegsdienst sowie auch zum Burgendienst verpflichtet. Das verliehene Land - meist nur die etwa 2 - 5- fache Hufenzahl eines Bauernerbes - soll ihren Lebensunterhalt sichern.
Dann erst werden meist noch bewaldete und durch die Kolonisten noch zu rodende Flächen an Locatoren ausgetan, denen es obliegt, mit den von ihnen angeworbenen Kolonisten die Dorfflur urbar zu machen und deutsche Hufenzinsdörfer anzulegen. Dem Locator wird für seine Mühe und sein Risiko regelmäßig die „zehnte Hufe“ der Dorfflur zinsfrei und erblich überlassen. Zugleich wird ihm das Schultheißenamt erblich übertragen, das auch die niedere Gerichtsbarkeit einschließt. Die Besitzer der ebenfalls erblichen Zinshufen haben einen Hufenzins an den Landesherrn, den Deutschen Orden zu entrichten. Sie sind persönlich freie Bauern.
Gleichzeitig mit den umgebenden deutschen Dorfsiedlungen entstehen die Städte dieses späteren Kreises:
Neben der Ordensburg Bartenstein entsteht auf dem anderen Ufer der Alle eine Stadtsiedlung, die im Jahre 1326 von dem ältesten Chronisten des Ordens, Peter von Dusburg, ohne Nennung ihres Namens erstmals erwähnt wird. Am 17. Februar 1332 erteilt ihr Hochmeister Luther von Braunschweig eine Handfeste. Darin erhält diese Stadtgründung den gleichen Namen wie die hier bereits bestehende Burg: Bartenstein.
Der Stadt Friedland wird 1334 durch den Komtur zu Brandenburg, Hinrich Dusemer mit Zustimmung des Hochmeisters Luther von Braunschweig eine Handfeste erteilt. ( die an a. O. genannte Jahreszahl 1324 kann nicht stimmen. Luther v. Braunschweig war erst ab 1331 Hochmeister. Hinrich Dusemer war nur 1334/35 Komtur von Brandenburg).
Die Stadt Schippenbeil erhält 1351 durch den nunmehrigen Hochmeister Hinrich Dusemer ihre Handfeste. Die Stadt wird darin „Schiffenburg“ genannt. Die Familie des Locators Heinrich Padeluche stammt nachweislich aus Lübeck.
Neben der Ordensburg zu Domnau hat sich seit Beginn des 14. Jahrhunderts eine offene Ansiedlung ohne Stadtrechte, eine sog. „Lischke“ gebildet. Diese erhält um das Jahr 1400 vom Deutschen Orden eine Handfeste mit Stadtrecht, die jedoch in den nachfolgenden Kriegszeiten verloren geht und nicht überliefert ist. Diese Stadt Domnau erhält nach dem II. Thorner Frieden mit dem fränkischen Söldnerführer Kuntz von Egloffstein einen adligen Grundherrn, der ihr 1480 erneut eine Handfeste mit Stadtrecht erteilt.  
Die deutsche Dorfsiedlung im Bereich des späteren Kreises Friedland/Bartenstein ist im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts abgeschlossen.