Heitmatkreisgemeinschaft Bartenstein/Ostpr. e.V.

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Zur Vorgeschichte:

Die Region Altpreußens, in der fast ein halbes Jahrtausend nach der Eroberung, Christianisierung und deutschen Kolonisation des Landes durch den Deutschen Orden diese Gebietskörperschaft entstand, gehörte in der Zeit davor zu den bevölkerungsreichsten Siedlungsräumen des dort mindestens seit der Bronzezeit ansässigen Volkes der Prussen. Insbesondere der westliche Teil dieser Region gehörte noch zum Kernsiedlungsgebiet des prussischen Stammes der Natanger. Der südostwärts benachbarte Stamm der Barter hat im Südosten des späteren Kreisgebietes gesiedelt.
Schon bald nach dem Eindringen des Ordens in dieses Land errichtete er im Jahre 1241 eine erste Burg auf dem linken Ufer der Alle und nannte sie „Bartenstein“. Dies geschah dort, wo zu jener Zeit etwa die Grenze zwischen den Siedlungsgebieten der Natanger und der Barter verlief. Diese erste Burg, bestehend aus Blockhäusern, Palisaden und Erdwerken ist mehrfach hart umkämpft worden. 1264 wurde die Burg erstmals von den aufständischen Prussen in Besitz genommen und zerstört. Kaum wieder vom Orden aufgebaut, wurde sie erneut 1273 von den aufständischen Sudauern belagert und niedergebrannt. Nach dem Ende der Prussenaufstände wurde hier von 1274 - 1280 die steinerne Ordensburg Bartenstein errichtet.
Um diese Zeit entwickelten sich die Verwaltungsstrukturen der Ordensherrschaft. Entlang der Südostküste des Frischen Haffes waren die Konventsburgen Balga und Brandenburg und ostwärts anschließend die Konventsburg Königsberg entstanden. Die Verwaltungsbezirke der hier residierenden Ordenskomture erstreckten sich streifenförmig von der Haffküste und dem Samland südostwärts in das Land hinein in Richtung auf die großen masurischen Seen.
Die Region, die Jahrhunderte später der Kreis Friedland/Bartenstein wurde, erstreckte sich über Teile der Komtureibezirke Balga, Brandenburg und zu einem geringen Teil Königsberg. Bis in das erste Viertel des 14. Jahrhunderts hatte es der Orden hier ausschließlich mit der eingesessenen prussischen Bevölkerung zu tun. Die Zuwanderung deutscher Kolonisten und deren Ansiedlung auf noch zu rodendem Waldland hatte hier noch nicht begonnen.


Zur deutschen Kolonisation:

Sie setzte hier im dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts ein, nachdem ihr die deutsche Kolonisation entlang der unteren Weichsel, der Nogat und entlang der Haffküste vorausgegangen war. Anders als diese erste, von Einwanderern aus dem Altreich getragene Kolonisationswelle ist die deutsche Besiedlung dieser Region in der Mitte Altpreußens bereits ein Akt der Binnenkolonisation gewesen.
Aus den in diesem dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts einsetzenden Handfesten für Dienstgüter, deutsche Hufenzinsdörfer, Städte, aber auch für Krüge und Mühlen wird das systematische Vorgehen der Ordensherrschaft bei der deutschen Kolonisation dieses Landstriches mit einer zahlreich gebliebenen prussischen Urbevölkerung deutlich erkennbar. Als erste Maßnahme wurden zahlreiche und meist nicht sehr große Dienstgüter sowohl an Deutsche wie auch an eingeborene Prussen verliehen. Deren Inhaber sind frei von allem Grundzins, jedoch zum Kriegsdienst sowie auch zum Burgendienst verpflichtet. Das verliehene Land - meist nur die etwa 2 - 5- fache Hufenzahl eines Bauernerbes - soll ihren Lebensunterhalt sichern.
Dann erst werden meist noch bewaldete und durch die Kolonisten noch zu rodende Flächen an Locatoren ausgetan, denen es obliegt, mit den von ihnen angeworbenen Kolonisten die Dorfflur urbar zu machen und deutsche Hufenzinsdörfer anzulegen. Dem Locator wird für seine Mühe und sein Risiko regelmäßig die „zehnte Hufe“ der Dorfflur zinsfrei und erblich überlassen. Zugleich wird ihm das Schultheißenamt erblich übertragen, das auch die niedere Gerichtsbarkeit einschließt. Die Besitzer der ebenfalls erblichen Zinshufen haben einen Hufenzins an den Landesherrn, den Deutschen Orden zu entrichten. Sie sind persönlich freie Bauern.
Gleichzeitig mit den umgebenden deutschen Dorfsiedlungen entstehen die Städte dieses späteren Kreises:
Neben der Ordensburg Bartenstein entsteht auf dem anderen Ufer der Alle eine Stadtsiedlung, die im Jahre 1326 von dem ältesten Chronisten des Ordens, Peter von Dusburg, ohne Nennung ihres Namens erstmals erwähnt wird. Am 17. Februar 1332 erteilt ihr Hochmeister Luther von Braunschweig eine Handfeste. Darin erhält diese Stadtgründung den gleichen Namen wie die hier bereits bestehende Burg: Bartenstein.
Der Stadt Friedland wird 1334 durch den Komtur zu Brandenburg, Hinrich Dusemer mit Zustimmung des Hochmeisters Luther von Braunschweig eine Handfeste erteilt. ( die an a. O. genannte Jahreszahl 1324 kann nicht stimmen. Luther v. Braunschweig war erst ab 1331 Hochmeister. Hinrich Dusemer war nur 1334/35 Komtur von Brandenburg).
Die Stadt Schippenbeil erhält 1351 durch den nunmehrigen Hochmeister Hinrich Dusemer ihre Handfeste. Die Stadt wird darin „Schiffenburg“ genannt. Die Familie des Locators Heinrich Padeluche stammt nachweislich aus Lübeck.
Neben der Ordensburg zu Domnau hat sich seit Beginn des 14. Jahrhunderts eine offene Ansiedlung ohne Stadtrechte, eine sog. „Lischke“ gebildet. Diese erhält um das Jahr 1400 vom Deutschen Orden eine Handfeste mit Stadtrecht, die jedoch in den nachfolgenden Kriegszeiten verloren geht und nicht überliefert ist. Diese Stadt Domnau erhält nach dem II. Thorner Frieden mit dem fränkischen Söldnerführer Kuntz von Egloffstein einen adligen Grundherrn, der ihr 1480 erneut eine Handfeste mit Stadtrecht erteilt.  
Die deutsche Dorfsiedlung im Bereich des späteren Kreises Friedland/Bartenstein ist im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts abgeschlossen.


Zur weiteren Geschichte:

Große Veränderungen finden nach dem II. Thorner Frieden von 1466 statt. Der Deutsche Orden verliert etwa die Hälfte seines bisherigen Territoriums, und zwar die zu jener Zeit insgesamt wertvollere westliche Hälfte. Überdies muss er die zahlreichen Söldnerführer bezahlen, die während dieses 13-jährigen verheerenden Krieges in seinen Diensten gestanden haben und die ihn jetzt wegen hoher offener Soldforderungen bedrängen. Dem Orden bleibt vielfach nur die Möglichkeit einer Entschädigung durch Landverleihungen. Doch ein sehr großer Teil des ihm noch verbliebenen Restgebietes ist damals noch gar nicht erschlossen und besiedelt. Die zu jener Zeit wertvollsten, weil allein ertragreichen Teile des dem Orden verbliebenen Territoriums sind im Westen das Oberland und in der Mitte Altpreußens die Regionen Natangen und Barten sowie das ganz überwiegend von prussischer Bevölkerung bewohnte Samland. Im Zentrum dieses Gebietes liegen die Kirchspiele, die Jahrhunderte später den Kreis Friedland/Bartenstein bilden sollten.
Zahlreiche deutsche wie prussische Dörfer erhalten nun statt ihres Landesherrn, dem Deutschen Orden, adlige Grundherren, die bis dahin landfremd, ihre Anschauungen und Gewohnheiten aus ihren Herkunftsgebieten im Heiligen Römischen Reich mitbringen. Dieser Vorgang setzt sich fort mit den letzten Hochmeistern fürstlicher Herkunft und ihrem Anhang. Eine nochmalige Fortsetzung dieser Entwicklung bringt die Säkularisation des restlichen Ordensstaates, bei der die im Lande verbleibenden ehemaligen Ordensritter in gleicher Weise standesgemäß zu versorgen sind. Es bilden sich sozio-oekonomische wie rechtliche Strukturen heraus, die im Wesentlichen über die folgenden Jahrhunderte bis zu den preußischen Reformen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Bestand haben werden.
Die administrative Gliederung Altpreußens erfährt mit dem Ende des Ordensstaates im Wesentlichen zwei Änderungen:
Der nunmehr zu einem Herzogtum gewordene Ordensstaat wird in Hauptämter aufgeteilt. Das Gebiet des späteren Kreises Friedland/Bartenstein erstreckt sich über Teile der Hauptämter Preußisch-Eylau, Brandenburg, Tapiau und Rastenburg. Zum Hauptamt Preußisch-Eylau gehören die Kirchspiele Gallingen, Bartenstein und Schönbruch. Die Kirchspiele Domnau, Stockheim, Georgenau, Deutsch Wilten, Klingenberg und Friedland gehören dem Hauptamt Brandenburg an. Das Hauptamt Tapiau erfasst die Kirchspiele Klein Schönau, Auglitten, Schönwalde, Allenau und Böttchersdorf. Zum Hauptamt Rastenburg gehören die Kirchspiele Schippenbeil, Falkenau und Groß Schwansfeld.
Das 18. Jahrhundert bringt mehrere Veränderungen in der Verwaltungsorganisation des nunmehrigen Königreichs Preußen. Die neue Einteilung in 10 Kreise, die ab 1752 gilt, wirkt sich auf das Gebiet des späteren Kreises Friedland/Bartenstein so aus: Die Kirchspiele Stockheim, Domnau, Georgenau, Friedland, Deutsch Wilten, Klingenberg und Schönbruch gehören dem Kreis Brandenburg an. Klein Schönau, Auglitten, Schönwalde, Allenau und Böttchersdorf liegen im Kreis Tapiau. Zum Kreis Rastenburg gehören die Kirchspiele Bartenstein, Schippenbeil, Gallingen, Falkenau und Groß Schwansfeld.


Zur Entstehung und Entwicklung des Kreises Friedland/Bartenstein:

Die Erschütterungen, welche die preußische Gesamtmonarchie in der napoleonischen Zeit erfahren musste, führten zu tiefgreifenden Umwälzungen, die in den Stein-/Hardenberg’schen Reformen des preußischen Staates ihren Ausdruck fanden. Sie brachten nach dem Wiener Kongress u. a. eine völlige Veränderung der Verwaltungsstrukturen. Bei der Neuorganisation der Kreisgliederung im Rahmen dieser Veränderungen entstand mit Wirkung vom 1. Februar 1818 erstmals eine Gebietskörperschaft mit der Bezeichnung „Kreis Friedland“.
Dieser Kreis umfasste zunächst die Kirchspiele: Abschwangen, Allenau, Allenburg, Almenhausen, Auglitten, Böttchersdorf, Deutsch Wilten, Domnau, Friedenberg, Friedland, Georgenau, Groß Schönau mit der Filiale Langenau, Klein Schönau, Klingenberg, Schippenbeil, Schönbruch, Schönwalde und Stockheim.
Das Landratsamt dieses neugebildeten Kreises war in Friedland.
 
Bereits zum 1. April 1819 kam es zu wesentlichen Änderungen dieser Kreisgrenze:

  • Die Kirchspiele Almenhausen und Abschwangen wurden aus dem Kreis Friedland aus- und in den damals noch so bezeichneten Kreis Kreuzburg eingegliedert.
  • Die Kirchspiele Bartenstein, Falkenau, Gallingen und Groß Schwansfeld kamen vom Kreis Rastenburg zum Kreis Friedland.
  • Die Kirchspiele Friedenberg und Groß Schönau wurden aus dem Kreis Friedland aus- und in den Kreis Gerdauen eingegliedert.
  • Das Kirchspiel Allenburg gehörte fortan zum Kreis Wehlau.

Der Kreis Friedland bestand somit seit diesem Zeitpunkt aus den nachfolgend genannten  Kirchspielen. Die Grenzen dieser in der Zeit der deutschen Kolonisation durch den Deutschen Orden entstandenen Kirchengemeinden stellten die älteste und beständigste territoriale Gliederung Altpreußens dar. Sie hat von der Zeit des Deutschen Ordens bis in das 20. Jahrhundert hinein Bestand gehabt. Alle Verwaltungsgrenzen, die nach dem Ende der Deutschordensherrschaft bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verändert worden sind, blieben mit ganz wenigen und geringen Ausnahmen an diesen Kirchspielsgrenzen orientiert. Diese Ausnahmen waren bei der endgültigen Grenzziehung für den Kreis Friedland folgende:

  • Das zu Markienen gehörende Gutsvorwerk Paulienen verblieb bei der Kirche zu Borken, die im Kreis Pr. Eylau lag.
  • Das Gut Gomthenen, das bei der Kreiseinteilung 1819 an den Kreis Pr. Eylau kam, verblieb weiterhin beim Kirchspiel Schönbruch.
  • Das Gutsvorwerk Ranglack und der Ort Plenitten (Gemeinde Mostitten), die 1819 zum Kreis Pr. Eylau kamen, verblieben weiterhin beim Kirchspiel Domnau.
  • Die seit 1819 im Kreis Wehlau liegende Gemeinde Albrechtsheide verblieb weiterhin beim Kirchspiel Klein Schönau.

Weitere Abweichungen von der Regel, dass Kirchspielsgrenzen und Kreisgrenzen identisch
waren, hat es erst im Jahre 1928 in wenigen Fällen gegeben.

In der Reihenfolge ihrer Lage im Kreisgebiet von Norden nach Süden aufgezählt, bildeten ab 1819 folgende Kirchspiele den Kreis Friedland: Klein Schönau, Stockheim, Auglitten, Schönwalde, Domnau, Georgenau, Friedland, Allenau, Böttchersdorf, Deutsch Wilten, Klingenberg, Schönbruch, Schippenbeil, Bartenstein, Falkenau, Gallingen, Groß Schwansfeld. Das große Kirchspiel Bartenstein mit zwei Kirchen wurde im Jahre 1834 geteilt. Die am nördlichen Stadtrand gelegene Kirche St. Johann bildete fortan mit den nördlich der Alle gelegenen Orten des bisherigen Gesamtkirchspiels ein eigenes Kirchspiel „Bartenstein/St. Johann“. Die Außengrenzen dieser insgesamt 18 Kirchspiele bildeten mit den bereits genannten wenigen Ausnahmen bis in das 20. Jahrhundert hinein zugleich die Grenzen des Kreises Friedland.
Dienstsitz der beiden ersten Landräte (v. Sanden 1819 - 1833 und Botho Heinrich Graf zu Eulenburg-Wicken 1833 - 1843) wurde die Stadt Friedland.
Das Amt des Landrats übernahm 1845 (nach anderer Darstellung bereits ab 1843) der in der Nähe von Domnau begüterte Heinrich v. Gottberg (1785 - 1859), der bis 1857 in diesem Amt verblieb. Der Dienstsitz des Landrats wurde am 1. April 1845 von Friedland nach Domnau verlegt. Die amtliche Bezeichnung dieses Kreises blieb weiterhin „Kreis Friedland“.
Im Jahre 1857 folgte Otto v. Gottberg (1831 - 1913) seinem Vater als Landrat. Als er zum 1. Oktober 1893 aus gesundheitlichen Gründen um seine Pensionierung nachgesucht hatte, wurde vom Kreistag einstimmig sein seit März 1893 kommissarisch tätiger zweiter Sohn, der Reg. Assessor Heinrich v. Gottberg (1864 - 1931) als Nachfolger vorgeschlagen. Mit Jahresbeginn 1894 erhielt er seine Bestallung zum Landrat des Kreises Friedland.
Nachdem in Bartenstein, der größten und bedeutendsten Stadt des Kreisgebietes, ein neues Kreishaus errichtet worden war, wurde der Dienstsitz des Landrats zum 1. Oktober 1902 dorthin verlegt. Der Kreis führte jedoch weiterhin die Bezeichnung „Kreis Friedland“. Landrat Heinrich v. Gottberg musste wegen schwerer Erkrankung zum 1. Oktober 1908 sein Amt aufgeben und bis auf weiteres aus dem Staatsdienst ausscheiden. Nachfolger wurde Dr. Walter v. Christen, der das Amt bereits seit Oktober 1906 vertretungsweise geführt hatte. Er blieb bis zu seiner Versetzung an die Regierung in Hannover im Oktober 1914 in diesem Amt. Es wurde von Oktober 1914 bis Juli 1915 kommissarisch durch Dr. Max v. Bahrfeld verwaltet. 1915 wurde der inzwischen wieder genesene ehemalige Landrat Heinrich v. Gottberg wieder nach Bartenstein geholt. Er hat nochmals 15 Jahre bis 1930 die Geschicke dieses Kreises gelenkt. Sein Nachfolger wurde Dr. Friedrich Wever, der im Herbst 1944 in Ostpreußen den Soldatentod fand.
Nachdem 1917 das neue Kreishaus erweitert worden war, erfolgte zum 21. Oktober 1927 die offizielle Umbenennung des Kreises Friedland in „Kreis Bartenstein“.
Der nunmehrige Kreis Bartenstein war bis zu den Änderungen der Kommunalverfassung in den 30er Jahren in „Stadtgemeinden“, „Landgemeinden“ und - bis zu deren schon zuvor erfolgten fast vollständigen Auflösung - in selbständige Gutsbezirke gegliedert gewesen. So hatte im September 1929 im Kreis Bartenstein entsprechend der Entwicklung im gesamten Freistaat Preußen eine Gebietsreform stattgefunden. Hierbei wurden, mit einer Ausnahme, alle bisher selbständigen Gutsbezirke aufgelöst und in benachbarte Landgemeinden eingegliedert. Bei dieser Gelegenheit wurde der bisherige Gutsbezirk „Elisenau-Frisching, Forst“ vom Kreis Bartenstein in den Kreis Wehlau umgegliedert.
Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle Gemeinden. Die bisherigen „Stadtgemeinden“ Bartenstein, Domnau, Friedland und Schippenbeil führten von da an die offizielle Bezeichnung „Stadt“.
Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat mit Wirkung ab 1. April 1935 die im ganzen Deutschen Reich gültige Kommunalverfassung in Kraft, nach der die bisherigen „Landgemeinden“ nun offiziell als „Gemeinden“ bezeichnet wurden. Diese Gemeinden waren zu jeweils mehreren in „Amtsbezirken“ zusammengefasst.
Bereits zum 1. November 1928) wechselten die (1928 als solche noch existierenden) Gutsbezirke Bonschen, Glommen, Karolinenhof und Keegels vom Kreis Bartenstein in den Kreis Preußisch Eylau. Im Gegenzug kamen die Orte Spittehnen und Ardappen zum Kreis Bartenstein. Zur gleichen Zeit wurden die Orte Kolbitzen und Sawadden aus dem Kreis Rastenburg in den Kreis Bartenstein umgegliedert. Bei diesen Änderungen politischer Verwaltungsgrenzen kam es zur Abweichung von der bisher fast immer eingehaltenen Regel, dass die Kreisgrenzen identisch mit Kirchspielsgrenzen waren. Alle hier betroffenen Orte wechselten zwar ihre Kreiszugehörigkeit, nicht jedoch ihre Kirchspielszugehörigkeit.
Die Orte Bonschen (Ksp. Schönbruch), Glommen, Keegels und Karolinenhof (alle Ksp. Bartenstein/St. Johann), die in den Kreis Pr. Eylau wechselten, blieben Bestandteile ihrer im Kreis Bartenstein liegenden Kirchspiele. Umgekehrt verblieben die zum Kirchspiel Borken im Kreis Pr. Eylau gehörenden Orte Spittehnen und Ardappen, die in den Kreis Bartenstein eingegliedert wurden, bei ihrem im Kreis Pr. Eylau gelegenen Kirchspiel Borken. Gleiches galt für die in den Kreis Bartenstein eingegliederten Orte Kolbitzen und Sawadden. Sie verblieben weiterhin beim im Kreis Rastenburg gelegenen Kirchspiel Leunenburg.